Multi-LEDs

Wer nicht nur für den großen Auftritt schraubt, sondern auch diebische Freude an kleinen Basteleien für sich ganz alleine hat und sich bei deren Anblick innerlich einen von der Palme wedelt, ist hier genau richtig. Denn außer euch selber wird niemand jemals etwas von der Maßnahme mitbekommen.

Das liegt zum einen daran, dass ihre sichtbare Dimension gerade einmal fünf bis acht Millimeter im Durchmesser beträgt und das Teil zum anderen nur während der Fahrt und auch nur vom Pilotenplatz aus in Aktion einsehbar ist. Die Rede ist von Kontrollleuchten. Kennt und hat jeder – die hier aber nicht.

Das besondere an den Teilen: Sie kombinieren mehrere Units unter einer Haube und können je nach Ansteuerung unterscheidliche Farben erzeugen. Ein und dieselbe LED kann also mehrere Aufgaben übernehmen, für die sonst eine entsprechende Zahl der Leuchtkolben herhalten müssten. Die verschiedenen Optionen wollen natürlich sinnvoll belegt sein, denn die Funktionalität soll ja nicht leiden.

Dreibein. Duo-LED: zwei Funzeln in einem Gehäuse




Wie funktionieren die Dinger in der Praxis? Das ist eigentlich ganz simpel: Die LEDs haben ein Beinchen für den kollektiven Masseanschluss und jeweils eines für die unterschiedlichen Eingänge. Wie fast alle LEDs kommen sie von Haus nicht mit der mopedspezifischen 12V-Bordspannung zurecht und müssen entsprechend elektrisch eingebremst werden. Das geht am bequemsten, wenn man einen ganz einfachen Widerstand mit etwa einem KOhm an das Masse-Beinchen lötet und dieses dann am Fahrzeug erdet. Die Zuleitungen zu den anderen Beinchen können direkt an den Kabelbaum angeschlossen werden, ohne dass es die LED später himmelt.

Geile Sache, aber was will man damit?! Nun, so lässt sich zum Bleistift eine ungewöhnliche Blinkerkontrollleuchte zaubern. Will man nur eine zentrale LED verbauen, benötigt man entweder ein Blinkrelais oder eine Steuerbox mit expliziter Cockpitleitung oder muss mit Sperrdioden die Seiten gegen einander abschirmen, damit das Lämpchen keine ungewollte Verbindung herstellt. Mit der Duo-LED ist das deutlich einfacher und auch hübscher: Die Blinkerseiten können direkt mit jeweils einem Bein verbunden werden, fertig ist die Laube. Die LED schirmt intern beide Eingänge gegeneinander, so dass hier nichts gebrückt wird und auch keine zusätzlichen Dioden verlötet werden müssen.

Gehören in jeden guten Haushalt: LED-Vorwiderstände mit ca. einem KOhm um die Probanden bordnetztauglich zu machen




Netter Zusatz-Gag: Die LED leuchtet je nach gerade aktivierter Seite farblich unterschiedlich. Beim rechtsseitigen Blinken z.B. gelb, rechtsseitig rötlich. Obwohl nur eine LED verbaut ist, könnt ihr also trotzdem sehen, welche Seite gerade aktiviert ist. Gerade bei Tastersteuerungen nicht das blödeste.

Es lassen sich aber auch andere Doppelfunktionen belegen. Diese sollten aber derart beschaffen sein, dass sie möglichst nicht gleichzeitig um Aufmerksamkeit betteln, denn sonst überlagern sie sich in der Darstellung und machen die Geschichte sinnlos. Öldruck und Neutral auf eine Duo-LED zu packen wäre also Mumpitz. Fernlicht und Neutral ist dagegen durchaus machbar. Man steht ja eher selten mit Fernlicht an der roten Ampel.

Eine LED, zwei Funktionen. Links blinkt gelb...rechts leuchtet's rötlich. Nettes Gimmick, einfacher Anschluss






Man braucht für diesen Fall also entweder eine DUO-LED, die grün und blau darstellen kann, oder greift zu einer sogenannten Vollfarb-LED, die das gesamte Spektrum abdeckt. Der Anschluss ist wieder unglaublich simpel: Massebeinchen mit Vorwiderstand gegen Masse, die stromführenden Zuleitungen der Funktionen an die entsprechenden Beinchen, feddich. Bei eingeschaltetem Fernlicht leuchtet die LED nun blau, ist der Leerlauf eingelegt, grün. Theoretische ließe sich auch noch zusätzlich Öldruck anstöpseln, das wäre aber wie gesagt eher bedingt sinnvoll.

Der Schwierigkeitsgrad der Arbeiten ist sehr niedrig und von praktisch jedem zu schaffen, der nicht mit dem Schraubenzieher in der Wandsteckdose nach Öl bohrt oder nur einen Lötkolben hat, um sich Muttermale wegzubrennen. Außer besagtem Lötkolben und einer Prüflampe wird kein weiteres Werkzeug für die Verkabelung benötigt und kostenseitig gleibt's auch sehr übersichtlich: Widerstände gibt's im Zehnerpack für ein paar Cent und die LEDs selber kosten pro Stück nicht mal 'nen Euro. Es gibt sie, wie normale LEDs in verschiedenen Einbaudurchmessern von drei bis zehn Millimetern und praktisch überall wo man auch herkömmliche Strahlemänner bekommt.

Kein Umbau, der euch fette Bonuspunkte vor der Eisdiele bringt – aber wer Spaß an kleinen exklusiven Bastel-Gimmicks hat und sich in ihrem Angesicht gerne das Helmfutter faltig grinst eine lohnenswerte Angelegenheit mit hohem Exklusiv-Faktor.




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Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.










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