01: Multi-LEDs
01: Multi-LEDs
Multi-LEDs

Wer nicht nur für den großen Auftritt schraubt, sondern auch diebische Freude an kleinen Basteleien für sich ganz alleine hat und sich bei deren Anblick innerlich einen von der Palme wedelt, ist hier genau richtig. Denn außer euch selber wird niemand jemals etwas von der Maßnahme mitbekommen.

Das liegt zum einen daran, dass ihre sichtbare Dimension gerade einmal fünf bis acht Millimeter im Durchmesser beträgt und das Teil zum anderen nur während der Fahrt und auch nur vom Pilotenplatz aus in Aktion einsehbar ist. Die Rede ist von Kontrollleuchten. Kennt und hat jeder – die hier aber nicht.

Das besondere an den Teilen: Sie kombinieren mehrere Units unter einer Haube und können je nach Ansteuerung unterscheidliche Farben erzeugen. Ein und dieselbe LED kann also mehrere Aufgaben übernehmen, für die sonst eine entsprechende Zahl der Leuchtkolben herhalten müssten. Die verschiedenen Optionen wollen natürlich sinnvoll belegt sein, denn die Funktionalität soll ja nicht leiden.

Dreibein. Duo-LED: zwei Funzeln in einem Gehäuse



Wie funktionieren die Dinger in der Praxis? Das ist eigentlich ganz simpel: Die LEDs haben ein Beinchen für den kollektiven Masseanschluss und jeweils eines für die unterschiedlichen Eingänge. Wie fast alle LEDs kommen sie von Haus nicht mit der mopedspezifischen 12V-Bordspannung zurecht und müssen entsprechend elektrisch eingebremst werden. Das geht am bequemsten, wenn man einen ganz einfachen Widerstand mit etwa einem KOhm an das Masse-Beinchen lötet und dieses dann am Fahrzeug erdet. Die Zuleitungen zu den anderen Beinchen können direkt an den Kabelbaum angeschlossen werden, ohne dass es die LED später himmelt.

Geile Sache, aber was will man damit?! Nun, so lässt sich zum Bleistift eine ungewöhnliche Blinkerkontrollleuchte zaubern. Will man nur eine zentrale LED verbauen, benötigt man entweder ein Blinkrelais oder eine Steuerbox mit expliziter Cockpitleitung oder muss mit Sperrdioden die Seiten gegen einander abschirmen, damit das Lämpchen keine ungewollte Verbindung herstellt. Mit der Duo-LED ist das deutlich einfacher und auch hübscher: Die Blinkerseiten können direkt mit jeweils einem Bein verbunden werden, fertig ist die Laube. Die LED schirmt intern beide Eingänge gegeneinander, so dass hier nichts gebrückt wird und auch keine zusätzlichen Dioden verlötet werden müssen.

Gehören in jeden guten Haushalt: LED-Vorwiderstände mit ca. einem KOhm um die Probanden bordnetztauglich zu machen



Netter Zusatz-Gag: Die LED leuchtet je nach gerade aktivierter Seite farblich unterschiedlich. Beim rechtsseitigen Blinken z.B. gelb, rechtsseitig rötlich. Obwohl nur eine LED verbaut ist, könnt ihr also trotzdem sehen, welche Seite gerade aktiviert ist. Gerade bei Tastersteuerungen nicht das blödeste.

Es lassen sich aber auch andere Doppelfunktionen belegen. Diese sollten aber derart beschaffen sein, dass sie möglichst nicht gleichzeitig um Aufmerksamkeit betteln, denn sonst überlagern sie sich in der Darstellung und machen die Geschichte sinnlos. Öldruck und Neutral auf eine Duo-LED zu packen wäre also Mumpitz. Fernlicht und Neutral ist dagegen durchaus machbar. Man steht ja eher selten mit Fernlicht an der roten Ampel.

Eine LED, zwei Funktionen. Links blinkt gelb...rechts leuchtet's rötlich. Nettes Gimmick, einfacher Anschluss





Man braucht für diesen Fall also entweder eine DUO-LED, die grün und blau darstellen kann, oder greift zu einer sogenannten Vollfarb-LED, die das gesamte Spektrum abdeckt. Der Anschluss ist wieder unglaublich simpel: Massebeinchen mit Vorwiderstand gegen Masse, die stromführenden Zuleitungen der Funktionen an die entsprechenden Beinchen, feddich. Bei eingeschaltetem Fernlicht leuchtet die LED nun blau, ist der Leerlauf eingelegt, grün. Theoretische ließe sich auch noch zusätzlich Öldruck anstöpseln, das wäre aber wie gesagt eher bedingt sinnvoll.

Der Schwierigkeitsgrad der Arbeiten ist sehr niedrig und von praktisch jedem zu schaffen, der nicht mit dem Schraubenzieher in der Wandsteckdose nach Öl bohrt oder nur einen Lötkolben hat, um sich Muttermale wegzubrennen. Außer besagtem Lötkolben und einer Prüflampe wird kein weiteres Werkzeug für die Verkabelung benötigt und kostenseitig gleibt's auch sehr übersichtlich: Widerstände gibt's im Zehnerpack für ein paar Cent und die LEDs selber kosten pro Stück nicht mal 'nen Euro. Es gibt sie, wie normale LEDs in verschiedenen Einbaudurchmessern von drei bis zehn Millimetern und praktisch überall wo man auch herkömmliche Strahlemänner bekommt.

Kein Umbau, der euch fette Bonuspunkte vor der Eisdiele bringt – aber wer Spaß an kleinen exklusiven Bastel-Gimmicks hat und sich in ihrem Angesicht gerne das Helmfutter faltig grinst eine lohnenswerte Angelegenheit mit hohem Exklusiv-Faktor.



Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.










02: Automatiklicht
02: Automatiklicht
Licht-App

Wer seinen Taster- oder Schalter-Bestand oder -Bedarf reduzieren will, kann manche Funktion dermaßen outsourcen, dass sie auch ohne Einsatz der eigenen Griffel funktioniert. Das funktioniert z.B. mit dem in Dschörmänie vorgeschriebenen Fahrlicht, bzw. Abblendlicht ganz hervorragend. Wir stellen hier verschiedene Möglichkeiten vor

Die simpelste Methode ist, das Licht einfach an die Zündung anzuklemmen, so dass es mit dem Dreh der Zündschlosses parallel aktiviert wird. Funktioniert, ist aber nicht sonderlich elegant – und technisch zuweilen fatal. Denn so nuckelt einer der hungrigsten Verbraucher bereits an den Akku-Reserven bevor seine Dienste tatsächlich gebraucht werden. Und spätestens wenn eine LiFePo4-Batterie mit der ihr eigenen minimalen Kapazität im Hobel hockt, kann diese Frühentnahme über Fahren oder Schieben entscheiden. Insbesondere, wenn der Bock sich gerne mal leicht zickig bei der Lebenserweckung zeigt.

Deutlich eleganter geht das Ganze mit solch einem Verzögerungsmodul, welches einfach vor die Funzel geklemmt und vom Zündstrom gespeist wird. Es gibt den Elektronenweg zur Birne jedoch erst nach einer einstellbaren Zeit frei, so dass man den Startvorgang ohne Zusatzbelastung zu Ende bringen kann bevor die H4-Sonne aufgeht. Solche Module gibt’s für einen sehr schmalen Kurs und der Einbau ist simpel – auch in bereits bestehende Kabelbäume. Nachteil: der Zeitfaktor ist fix. Ist er zu knapp gewählt, schaltet sich das Licht zu früh dazu und die ungewollte Last setzt ein, der gewünschte Effekt verpufft. Wählt man die Verzögerung zu üppig, radelt man ggf. unbeleuchtet los, was spätestens bei Nachtfahrten reichlich ungeil rüber kommt


Für unseren Favoriten benötigt man keine zusätzlichen Module. Alles was wir brauchen, ist bereits an Bord. Wir aktivieren das Licht nämlich über den Öldruckschalter. Der Bursche ist ein exzellenter Indikator für Motor Ein/Aus und drängt sich geradezu auf


Der Schlingel ist zudem in so ziemlich jedem halbwegs gängigen Krad enthalten. Meist findet er sich ganz grob auf Höhe der Ölwanne


Aber Vorsicht: man kann ihn ggf. ganz fix mit dem Neutralschalter (rot) verwechseln, der nicht selten nur wenige Zentimeter weiter hockt und sehr ähnlich aussieht


Bei manchen Mopeten sitzt er versteckt hinter einem Motordeckel oder anderweitig versteckt. Aufschluss gibt auf jeden Fall das Handbuch des Gestühl.


Wobei es sowieso angesagter ist, ihn nicht direkt an der Basis anzuzapfen, sondern ihn im Kabelstrang der Kontrollleuchten zu orten. Das geht entweder per Stromlaufplan, oder per Kontrollmessung mit der Prüflampe. Der Hoschie hat nämlich die Eigenart bei ausgeschaltetem Motor Saft fließen zu lassen. Legt man während der Messung einen Gang ein erleichtert das die Sucherei zusätzlich, weil so auch der Neutral-Schalter eliminiert ist


Gut, ein klitzekleines Zusatzbauteil brauchen wir doch, nämlich eines der Mini-Wechsel-Relais. Das liegt zum einen daran, dass wir natürlich nicht einfach den kompletten Strom des Scheinwerfers durch den Öldruckschalter jagen können ohne ihn zu Paul Walker zu schicken. Und zum anderen brauchen wir den geschalteten Strom ausgerechnet immer dann, wenn der Schalter gar nicht schaltet, sondern aus ist.

Die Verkabelung könnte simpler kaum sein: Ein Kabel der beiden Steueranschlüsse des Relais kommt an den Öldruckschalter, bzw. sein Zuführungskabel. Den anderen PIN versorgen wir mit Strom vom Zündschloss, damt ist die Schaltungsseite abgefrühstückt. Das Stromkabel für den Scheinwerfer kommt an den Eingangs-PIN des Lastkreises des Relais. Der PIN am Relais, welcher bei leuchtender Ölkontrolllampe (also Zündung an aber Motor noch aus) Strom absondert (Stichwort Prüflampe) bleibt frei und der letzte dann noch verbleibende wird zum Scheinwerfer geführt. Das war es dann auch schon. Ab sofort schaltet sich das Licht wie von Geisterhand an und aus, je nachdem ob der Motor läuft oder nicht.

Bei Verwendung dieser Schaltung macht es Sinn, das Standlicht direkt auf die Zündung zu klemmen. Der Stromverbrauch ist zu vernachlässigen, aber so funzelt es zumindest schon einmal minimal, wenn der Schlüssel gedreht wird und man steht des Nachts ohne laufenden Motor nicht vollkommen unsichtbar im Düsteren herum.




Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


03: Anfahrsperre
03: Anfahrsperre
Wegfahrsperre

Seit sich in den Achtzigern rudelweise Menschen die Rübe runtergefahren haben, weil sich nach dem Tanken vergessen haben den Seitenständer einzuklappen und sich das in der nächsten Linkskurve fürchterlich gerächt hat, sind Einrichtungen am Krad Pflicht, die genau dieses Szenario verhindern. Und das ist auch gut so.

Gefahrgut. Wird vom TÜV vollkommen zu Recht scharf beäugt: der Seitenständer



Im Prinzip gibt es zwei Ansätze: Nummero Uno ist rein mechanisch, nämlich der selbstständig einklappende Seitenständer. Richtet man den Hobel auf, flippt der Prügel wie von Geisterhand zurück und verhindert das Aushebeln im Kurvenradius. Das automatische Einklappen ist aber nicht sonderlich praktisch, erfordert zudem einigen konstruktiven Aufwand, doppelte Federn und zuweilen sogar den Nachweis über deren Federstärke.

Lösung Zwei ist elektrischer Natur und lässt den Motor absterben, wenn mit ausgeklapptem Ständer angefahren wird. Das lässt sich theoretisch ganz simpel lösen, indem man die Stromversorgung der Zündspulen vom Seitenständerschalter abhängig macht und den Saft nur fließen lässt, wenn dieser eingeklappt ist. Damit eliminiert man jedoch die Möglichkeit, die Karre jemals im Stand auf dem Seitenständer laufen zu lassen. Wenig praktisch also – aber TÜV-technisch ausreichend.

Eigenbau Halteplatte für den Seitenständerschalter. Kein großer Akt



Wir haben eine andere einfache, wesentlich komfortablere Lösung im Angebot. Alles was wir dafür brauchen, ist ein einfaches Mini-Relais. Dessen Last-Kreis klemmen wir zwischen die Stromzufuhr der Zündspulen. Also an Relais-Eingang Strom vom Zündschloss und der Ausgang wandert an die Zündspulen (funktioniert mit jeder Zylinderzahl und egal mit wie vielen Spulen auch immer). Von den zwei Polen des Steuerkreises legen wir einen gegen Masse. An den anderen PIN kommen drei Kabel. Eines geht zum Seitenständer-, eines zum Neutral- und eines zum Kupplungs-Schalter. Der jeweils zweite PIN am Ständer und der Kupplung wird gegen Masse gelegt, der Neutralschalter hat von Haus aus Masse am anderen Ende. In das Kabel vom Relais zum Neutralschalter muss noch eine einfache Sperrdiode in Reihe eingelötet werden, sonst gibt`s Kuddelmuddel, denn hier hängt parallel der Kabelbaum dran. Wichtig außerdem: Der Seitenständerschalter muss so funktionieren, dass er bei eingeklapptem Ständer durchschaltet! Also unbedingt checken, ob der Schalter schließend oder öffnend arbeitet.

Dieser schaltet arbeitete trennend, deswegen muss er so montiert werden, dass er bei ausgeklapptem Ständer betätigt wird



Damit ist unsere Schaltung auch bereits fertig. Im Betrieb macht sie folgendes: Solange der Steuerkreis das Relais Masse bekommt, kann der Motor laufen. Dabei reicht es aus, wenn Masse von einem der drei angeschlossen Kreise kommt. Ist also der Seitenständer draußen und der Leerlauf eingelegt, rennt die Mühle auch im Stand, denn der Neutralschalter schließt den Steuerkreis. Würde man nun den ersten Gang einlegen, geht die Masse am Relais flöten und der Motor geht aus, da die Stromzufuhr zu den Spulen unterbrochen wird. Bei eingeklpaptem Ständer schliesst der Schalter und erzeugt so die benötigte Masse



Anderes Szenario: Der Hobel steht erneut auf dem Seitenständer. Neutral ist eingelegt und die Kupplung gezogen. Nun wird der Motor gestartet, was natürlich geht, da sowohl Kupplungsschalter als auch Neutral-Switch Masse aufs Relais geben. Jetzt wird ein Gang eingelegt. Damit verschwindet die Masse des Neutral-Schalters, der Motor geht jedoch nicht aus, weil der Kupplungsschalter immer noch Masse erzeugt. Wird nun eigekuppelt, stirbt der Motor ab, weil damit diese letzte Massequelle verschwindet, das Relais den Laststrom unterbricht und die Zündspulen saftlos werden. Ist der Seitenständer drin, ist es egal ob Neutral aktiv und/oder die Kupplung gezogen ist, denn der Ständer erzeugt dauerhaft Masse und das Relais ist glücklich – und der Mann im Kittel auch.

Diese Schaltung entspricht genau dem Schema, welches die Moped-Hersteller serienmäßig verbauen, ist TÜV-konform, maximal komfortabel, behindert nicht und ultrasimpel aufgebaut und umsetzbar.

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Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.