Elektro-Lego

Für unsere Eigenbauelektrik erschlagen wir möglichst viele Funktionen und Aufgaben mit so wenig unterschiedlichen Bauteilen wie nur machbar. Das hält die Nummer zum einen schön einfach und zum anderen muss man sich nicht mit der Arbeitsweise unzähliger Komponenten herumplagen.

Wir bauen auf robuste und ausgereifte Industrie-Brocken mit hoher Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit zum vernünftigen Preis. Außer den in diesem Kapitel vorgestellten Teilen wird für unsere Eigenbau-Elektrik nichts weiter benötigt. Aus den Modulen bauen wir sowohl unsere Taster-Steuerung und versorgen mit ihnen auch sämtliche Verbraucher mit Volt-Nektar.

Den harten Kern bilden Relais. Das sind nichts weiter als kleine Schaltautomaten, bei denen ein primärer Steuerungs-Stromkreis einen davon unabhängigen Laststromkreis aktiviert. Oder einfach ausgedrückt: Mit einem sehr kleinen Stromimpuls kann man monströse Säfte fließen lassen, eine Art Strom-Weiche. Die Verkabelung ist denkbar einfach: Setzt man die beiden PINs des Steuerkreises unter Spannung, wird Kontakt zwischen den PINs der Last-Seite hergestellt. Die PINs sind mit Nummern, den so genannten „Klemmen“ bezeichnet, welche die Zuordnung auch ohne Einbauanleitung möglich macht.

Ganz oben auf unser Shopping-Liste stehen Relais mit integrierter Sicherung und Halterung. Die Dinger verkraften problemlos 30 Ampere im Dauerbetrieb und dienen uns vor allem zum Erzeugen von abgesicherten Verbraucher-Kreisen, auf die wir im Verkabelungskapitel ausführlich eingehen. Da die Dinger wie gesagt einen Steckplatz für eine Sicherung mitbringen, kommt unser Kabelbaum komplett ohne Sicherungskasten und dessen Verkabelung aus



Praktisch wie doof: einsteckbare Metall-Lasche an der Rückseite, so dass wir den Vogel solide befestigen können. Der Tausendsassa kostet gerade einmal 2,40 Kracher pro Stück. Und mehr als derer vier brauchen selbst aufwändige Installationen nicht. Mit `nem Zehner ist man also durch



Wenn mehr als ein Strang vom Last-Relais abgehen soll, lässt sich das elegant mit solch einem Verteiler umsetzen, man muss also nicht gleich mehrere parallel installieren



Den Hoschie rechts haben wir mit einer selbstheilenden Sicherung gepimpt. Mit 10-15 Krachern pro Stück nicht ganz billig, aber extrem geil. Zudem brauchen wir für unsere Minimalelektrik maximal drei Stück, hält sich also finanziell im Rahmen. Solche Sicherungen kann man natürlich auch in OEM-Kabelbäumen einsetzen



Selbstheilende Sicherungen gehen nicht kaputt, sondern unterbrechen im Kurzschluss- oder Schadensfall den betroffenen Abschnitt. Ist der Fehler behoben, resettet sich die Sicherung innerhalb weniger Sekunden von alleine und gibt die Stromgleise wieder frei. Den ADAC anrufen, weil ihr keine Ersatzsicherungen in der Tasche habt, wird somit Geschichte. Einbauen (kann auch an unzugänglichen Stellen passieren, man muss ja nicht wieder ran) und vergessen. Kann man natürlich auch später jederzeit nachrüsten, von uns jedoch ganz klar empfohlen



Neben den abgesicherten Lastrelais greifen wir uns noch eine zweite Sorte: kompakte Wechsler. Die schalten auf Kommando nicht nur Ein oder Aus, sondern können auch zwischen zwei Kreisen wechseln. Sie decken also sämtliche mögliche Schaltbedürfnisse ab – und das für Einsfuffzig. Mit 25A vertragen sie alles, was wir ihnen servieren



Wie man gut sehen kann, haben die Kleinen Kollegen einen PIN mehr als die Last-Relais, welche reine „Schließer“ sind. Bei der Verwendung drauf achten, dass sie neben den üblichen 6,3mm Kabelschuhen auch drei Ports mit 4,8mm mitbringen. Also entsprechende Crimp-Schuhe ordern. Mehr als drei bis vier der Wechselrelais brauchen wir nicht



Der zusätzliche PIN erlaubt es neben den schließenden auch öffnende oder wechselnde Schaltungen zu erzeugen. Das regelt man ganz simpel durch die PIN-Wahl. Einstellen oder Umprogrammieren muss man nüscht. Das war es dann auch schon Sachen Relais

Nun, zumindest fast. Denn auf das Anlasser-Relais können wir nicht verzichten. Es vermag nicht nur den gierigen Starter zu bedienen, sondern hat auch gleich noch zwei abgesicherte Kreise aufzubieten, welche direkt von der Batterie mittels fetten Zulaufs gespeist werden. Mit diesem Relais beginnt deshalb später alles. Es ist zudem das einzige Bauteil aus dem alten Kabelbaum, dessen Weiterverwendung abgesegnet ist. Es spricht aber auch nichts gegen Neukauf



Sollten doch mal einzelne Unter-Stränge abgesichert werden, die nach keinem Relais verlangen, so lässt sich dies mittels solcher Sicherungshalter sehr gut umsetzen. Die Dinger sind anreihbar, man kann aus ihnen also auch hervorragend Sicherungskästen erstellen – die wir aber wie gesagt so nicht brauchen werden. Aber um diese Möglichkeit zu wissen ist nicht verkehrt, insbesondere, da nicht jeder gleich die komplette Elektrik umstricken will. Auch diese Teile lassen sich formidable mit Automatik-Sicherungen bestücken. Oben rechts ist übrigens eine Bi-Metall-Sicherung zu sehen, die ebenfalls selbstheilend ist. Quasi der Urahn der von uns angepriesen Neuzeit-Ware



Am Markt gibt es jede Menge elektronischer Helferlein, die sich ebenfalls modularer Eigenschaften brüsten. So z.B. die Wanna-Serie von Paaschburg. Die Serie bietet Duale Relais sowie Taster-Steuerungen an, pro Modul werden knapp 50 Kracher aufgerufen. Für eine komplette Tastersteuerung braucht man drei bis vier Stück – andere Verbraucher nicht eingerechnet



Tatsächlich sind Funktionalität, vor allem aber Flexibilität und Leistung eher karger Natur. Solche Tastersteuerungen lassen sich alternativ auch mit Schaltfolge-Konvertern umsetzen, die nicht einmal ein Zehntel der „Wannas“ kosten. Die Verkabelung der Taster-zu-Schalter-Konverter ist ebenfalls ultra simpel: neben Plus und Minus wird ein Taster abgeschlossen, fertig. Durch Betätigung des Tasters wird ein Ausgangskabel mit Masse beaufschlagt und beim erneuten Drücken wieder gelöst. Die Dinger „merken“ sich die letzte Position auch nach Ausschaltend der Zündung – und das ohne Memory-Strom zu verbrauchen.



Wir konstruieren modular. Das bedeutet: wir bauen uns aus einzelnen Komponenten ein maßgeschneidertes Paket, quasi elektrisches Lego. Das funktioniert sehr simpel: Man überlegt sich, was das Teil schalten können soll – und vor allem wie. Dann greift man sich die entsprechenden einzelnen Bauteile und ab geht die Post… im Steuerboxen-Abschnitt







Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.







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