01: Taster
01: Taster
Zum Angrabbeln

Ein Gehäuse ohne Taster ist nichts weiter als die schlechte Karikatur eines Schweizer Käses. Damit aus dem Gehäuse eine funktionale Armatur wird, müssen die Löcher gefüllt werden. Vorzugsweise mit elektrischen Drücker-Kolonnen.

Der Klassiker, wie er auch in vielen Kauf-Gerätschaften zu finden ist. Wasserdichter Drucktaster mit 12mm-Einbaudurchmesser. Sehr guter Kompromiss zwischen Größe und Tastgefühl. Findet man auch ohne Hinschauen mit dem Daumen am Lenker und ist fast konkurrenzlos günstig abzugreifen. Zehnerpacks gibt es bereits für unter fünf Euronen


Neben den Kunststoff-Versionen gibt es auch solche aus verchromtem Messing – die oftmals und fälschlich als „Edelstahl“-Taster angepriesen werden


Wenn man dem „Edelstahl“ Taster jedoch z.B. auf der Drehbank die Haut abzieht, verschwindet die galvanische Schicht und das Messing kommt zum Vorschein. Von der Falsch-Labelung mal abgesehen, ist das komplett unproblematisch, im Gegenteil. Eigentlich ist Messing in diesem Zusammenhang sogar das bessere Material


Von den Abmessungen her sind beide Versionen nahezu identisch und vertragen bis zu 3 Ampere. Hupe und Anlasser-Relais kann man also durchaus direkt anschließen und sich für diese Funktionen Boxen oder Ansteuer-Relais sparen. Vorher natürlich unbedingt die jeweilige tatsächliche Stromaufnahme checken


Anatomisch unterscheiden sich die Geschwister jedoch stark. Äußerlich fällen sofort die Lötfahnen im Gegensatz zu den Schraubfüßen der Metallvariante auf. Auch innerlich sind sie abweichend konstruiert (wir haben die Dinger einfach mal zerschnitten). Das spielt jedoch keine kaufentscheidende Rolle. Wir setzen beide Typen seit Jahren erfolgreich ein und können für keinen von beiden negatives berichten. Auch die „Edelstahl-Taster“ kann man übrigens günstig schießen, im Zehnerpack für etwas über einen Zehner


Wenn es eine Nummer kleiner sein soll, hält der Markt auch hierfür taugliche Lösungen parat. Mit acht Millimeter Einbaudurchmesser deutlich kleiner, aber auch schwerer blind zu treffen. Benutzen wir sehr gerne für weniger oft gebrauchte Funktionen, wie z.B. Tacho, Fernlicht etc.


Die Achter kommen ebenfalls mit Löt-Fahnen daher – wobei auch die 12er mit den Schraubanschlüssen nach dem Lötkolben verlangen: die Kabelenden müssen vor dem Verschrauben unbedingt an den Enden verlöten werden, alles andere ist Mumpitz


Nur für komplett Durchgeknallte mit Uhrmacher-Genen: Micro-Taster. Diese Winzlinge sind tatsächlich ebenfalls wasserdicht und haben einen überraschen guten Druckpunkt


Ihre Größe verlangt natürlich nach einer gesonderte Armaturen-Form und filigranen Verkabelungs-Techniken


Drucktaster gibt es in verschiedenen Formen


… und auch als Kipp-Varianten, die entweder von Haus aus oder mit Kondom-Überzügen wasserdicht gemacht werden können. Für die Lenkermontage eher ungeeignet, aber an geeigneter Stelle platziert, können sie Funktionen übernehmen, die wir uns am Lenker sparen können. Z.B. Licht An/Aus oder Killschalter


Minimieren lässt sich der Taster-Bestand auch durch Automatiken. Licht An/Aus kann man sehr gut komplett schalterfrei erledigen – durch einfache Schaltungen oder Verzögerungs-Relais. Mehr dazu im Kapitel zum Thema


Taster machen nicht für alle Funktionen Sinn. Für Hupe und Anlasser schon, Blinker, Licht u.ä. sind jedoch von Haus aus nicht Taster-kompatibel und müssen durch Boxen oder Schaltungen entsprechend übersetzt werden

Wer den dazu notwendigen Schaltungsaufwand minimieren will, greift statt zu Tastern zu Druck-Schaltern. Sie sehen genauso aus, lassen sich ebenso bedienen, halten jedoch den Zustand auch nach dem Loslassen per Rastung – was Taster nicht können. Druck-Schalter gibt es ebenfalls in kompakter, wasserdichter und Armaturen-geeigneter Form


Die minimalste und wohl günstigste Version einer „Taster“ Steuerung: Zwei Druckschalter und ein lastunabhängiges x-beliebiges 0815-Blinkrelais. Mega-simpel zu Verkabeln: Vom Blinkrelais geht’s parallel zu den Tastern und von hieraus zu den jeweiligen Blinker-Seiten. Einmal Drücken: An. Beim wiederholten Drücken: Aus. Genau wie bei kostspieligen E-Boxen. Und ganz nebenbei bringt die Schaltung sogar noch eine Warnblinkanlage mit, denn wenn man beide Seiten aktiviert, blinkt‘s an allen vier Enden. Natürlich müssen die verwendeten Taster die Blinkerlast verkraften, hier geht es auch eher ums Prinzip


Selbst bei üppigen Armaturen bleiben wir materialseitig bei unter einem Zehner an finanziellem Aufwand. Dafür bekommt man nicht einmal solche Playmobil-Hoschies aus Plastik, die zudem noch karg und unpraktikabel bestückt sind


Die nächstbessere Ware verschlingt bereits einen mittleren zweistelligen Bereich. Dieses Highsider-Teil hier z.B. verlangt nach einem knappen Fuffi und bringt dafür gerade einmal zwei Taster mit, die auch nicht unabhängig belegt werden können, da nur ein Eingang vorhanden ist


Und nach einem Jahr fängt der Vogel auch noch das Gammeln an, weil es trotz des Preises nicht für VA-Schrauben gereicht hat


Markenware will nicht selten mit dem Doppelten ausgelöst werden und stellt dennoch selten mehr als drei oder vier Taster zur Verfügung. Selbermachen ist also nicht nur preislich, sondern auch in technischer Hinsicht eine solide Alternative




Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.









02: Schaltkomponenten
02: Schaltkomponenten
Elektro-Lego

Für unsere Eigenbauelektrik erschlagen wir möglichst viele Funktionen und Aufgaben mit so wenig unterschiedlichen Bauteilen wie nur machbar. Das hält die Nummer zum einen schön einfach und zum anderen muss man sich nicht mit der Arbeitsweise unzähliger Komponenten herumplagen.

Wir bauen auf robuste und ausgereifte Industrie-Brocken mit hoher Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit zum vernünftigen Preis. Außer den in diesem Kapitel vorgestellten Teilen wird für unsere Eigenbau-Elektrik nichts weiter benötigt. Aus den Modulen bauen wir sowohl unsere Taster-Steuerung und versorgen mit ihnen auch sämtliche Verbraucher mit Volt-Nektar.

Den harten Kern bilden Relais. Das sind nichts weiter als kleine Schaltautomaten, bei denen ein primärer Steuerungs-Stromkreis einen davon unabhängigen Laststromkreis aktiviert. Oder einfach ausgedrückt: Mit einem sehr kleinen Stromimpuls kann man monströse Säfte fließen lassen, eine Art Strom-Weiche. Die Verkabelung ist denkbar einfach: Setzt man die beiden PINs des Steuerkreises unter Spannung, wird Kontakt zwischen den PINs der Last-Seite hergestellt. Die PINs sind mit Nummern, den so genannten „Klemmen“ bezeichnet, welche die Zuordnung auch ohne Einbauanleitung möglich macht.

Ganz oben auf unser Shopping-Liste stehen Relais mit integrierter Sicherung und Halterung. Die Dinger verkraften problemlos 30 Ampere im Dauerbetrieb und dienen uns vor allem zum Erzeugen von abgesicherten Verbraucher-Kreisen, auf die wir im Verkabelungskapitel ausführlich eingehen. Da die Dinger wie gesagt einen Steckplatz für eine Sicherung mitbringen, kommt unser Kabelbaum komplett ohne Sicherungskasten und dessen Verkabelung aus


Praktisch wie doof: einsteckbare Metall-Lasche an der Rückseite, so dass wir den Vogel solide befestigen können. Der Tausendsassa kostet gerade einmal 2,40 Kracher pro Stück. Und mehr als derer vier brauchen selbst aufwändige Installationen nicht. Mit `nem Zehner ist man also durch


Wenn mehr als ein Strang vom Last-Relais abgehen soll, lässt sich das elegant mit solch einem Verteiler umsetzen, man muss also nicht gleich mehrere parallel installieren


Den Hoschie rechts haben wir mit einer selbstheilenden Sicherung gepimpt. Mit 10-15 Krachern pro Stück nicht ganz billig, aber extrem geil. Zudem brauchen wir für unsere Minimalelektrik maximal drei Stück, hält sich also finanziell im Rahmen. Solche Sicherungen kann man natürlich auch in OEM-Kabelbäumen einsetzen


Selbstheilende Sicherungen gehen nicht kaputt, sondern unterbrechen im Kurzschluss- oder Schadensfall den betroffenen Abschnitt. Ist der Fehler behoben, resettet sich die Sicherung innerhalb weniger Sekunden von alleine und gibt die Stromgleise wieder frei. Den ADAC anrufen, weil ihr keine Ersatzsicherungen in der Tasche habt, wird somit Geschichte. Einbauen (kann auch an unzugänglichen Stellen passieren, man muss ja nicht wieder ran) und vergessen. Kann man natürlich auch später jederzeit nachrüsten, von uns jedoch ganz klar empfohlen


Neben den abgesicherten Lastrelais greifen wir uns noch eine zweite Sorte: kompakte Wechsler. Die schalten auf Kommando nicht nur Ein oder Aus, sondern können auch zwischen zwei Kreisen wechseln. Sie decken also sämtliche mögliche Schaltbedürfnisse ab – und das für Einsfuffzig. Mit 25A vertragen sie alles, was wir ihnen servieren


Wie man gut sehen kann, haben die Kleinen Kollegen einen PIN mehr als die Last-Relais, welche reine „Schließer“ sind. Bei der Verwendung drauf achten, dass sie neben den üblichen 6,3mm Kabelschuhen auch drei Ports mit 4,8mm mitbringen. Also entsprechende Crimp-Schuhe ordern. Mehr als drei bis vier der Wechselrelais brauchen wir nicht


Der zusätzliche PIN erlaubt es neben den schließenden auch öffnende oder wechselnde Schaltungen zu erzeugen. Das regelt man ganz simpel durch die PIN-Wahl. Einstellen oder Umprogrammieren muss man nüscht. Das war es dann auch schon Sachen Relais

Nun, zumindest fast. Denn auf das Anlasser-Relais können wir nicht verzichten. Es vermag nicht nur den gierigen Starter zu bedienen, sondern hat auch gleich noch zwei abgesicherte Kreise aufzubieten, welche direkt von der Batterie mittels fetten Zulaufs gespeist werden. Mit diesem Relais beginnt deshalb später alles. Es ist zudem das einzige Bauteil aus dem alten Kabelbaum, dessen Weiterverwendung abgesegnet ist. Es spricht aber auch nichts gegen Neukauf


Sollten doch mal einzelne Unter-Stränge abgesichert werden, die nach keinem Relais verlangen, so lässt sich dies mittels solcher Sicherungshalter sehr gut umsetzen. Die Dinger sind anreihbar, man kann aus ihnen also auch hervorragend Sicherungskästen erstellen – die wir aber wie gesagt so nicht brauchen werden. Aber um diese Möglichkeit zu wissen ist nicht verkehrt, insbesondere, da nicht jeder gleich die komplette Elektrik umstricken will. Auch diese Teile lassen sich formidable mit Automatik-Sicherungen bestücken. Oben rechts ist übrigens eine Bi-Metall-Sicherung zu sehen, die ebenfalls selbstheilend ist. Quasi der Urahn der von uns angepriesen Neuzeit-Ware


Am Markt gibt es jede Menge elektronischer Helferlein, die sich ebenfalls modularer Eigenschaften brüsten. So z.B. die Wanna-Serie von Paaschburg. Die Serie bietet Duale Relais sowie Taster-Steuerungen an, pro Modul werden knapp 50 Kracher aufgerufen. Für eine komplette Tastersteuerung braucht man drei bis vier Stück – andere Verbraucher nicht eingerechnet


Tatsächlich sind Funktionalität, vor allem aber Flexibilität und Leistung eher karger Natur. Solche Tastersteuerungen lassen sich alternativ auch mit Schaltfolge-Konvertern umsetzen, die nicht einmal ein Zehntel der „Wannas“ kosten. Die Verkabelung der Taster-zu-Schalter-Konverter ist ebenfalls ultra simpel: neben Plus und Minus wird ein Taster abgeschlossen, fertig. Durch Betätigung des Tasters wird ein Ausgangskabel mit Masse beaufschlagt und beim erneuten Drücken wieder gelöst. Die Dinger „merken“ sich die letzte Position auch nach Ausschaltend der Zündung – und das ohne Memory-Strom zu verbrauchen.


Wir konstruieren modular. Das bedeutet: wir bauen uns aus einzelnen Komponenten ein maßgeschneidertes Paket, quasi elektrisches Lego. Das funktioniert sehr simpel: Man überlegt sich, was das Teil schalten können soll – und vor allem wie. Dann greift man sich die entsprechenden einzelnen Bauteile und ab geht die Post… im Steuerboxen-Abschnitt






Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.