Licht-App

Wer seinen Taster- oder Schalter-Bestand oder -Bedarf reduzieren will, kann manche Funktion dermaßen outsourcen, dass sie auch ohne Einsatz der eigenen Griffel funktioniert. Das funktioniert z.B. mit dem in Dschörmänie vorgeschriebenen Fahrlicht, bzw. Abblendlicht ganz hervorragend. Wir stellen hier verschiedene Möglichkeiten vor

Die simpelste Methode ist, das Licht einfach an die Zündung anzuklemmen, so dass es mit dem Dreh der Zündschlosses parallel aktiviert wird. Funktioniert, ist aber nicht sonderlich elegant – und technisch zuweilen fatal. Denn so nuckelt einer der hungrigsten Verbraucher bereits an den Akku-Reserven bevor seine Dienste tatsächlich gebraucht werden. Und spätestens wenn eine LiFePo4-Batterie mit der ihr eigenen minimalen Kapazität im Hobel hockt, kann diese Frühentnahme über Fahren oder Schieben entscheiden. Insbesondere, wenn der Bock sich gerne mal leicht zickig bei der Lebenserweckung zeigt.

Deutlich eleganter geht das Ganze mit solch einem Verzögerungsmodul, welches einfach vor die Funzel geklemmt und vom Zündstrom gespeist wird. Es gibt den Elektronenweg zur Birne jedoch erst nach einer einstellbaren Zeit frei, so dass man den Startvorgang ohne Zusatzbelastung zu Ende bringen kann bevor die H4-Sonne aufgeht. Solche Module gibt’s für einen sehr schmalen Kurs und der Einbau ist simpel – auch in bereits bestehende Kabelbäume. Nachteil: der Zeitfaktor ist fix. Ist er zu knapp gewählt, schaltet sich das Licht zu früh dazu und die ungewollte Last setzt ein, der gewünschte Effekt verpufft. Wählt man die Verzögerung zu üppig, radelt man ggf. unbeleuchtet los, was spätestens bei Nachtfahrten reichlich ungeil rüber kommt



Für unseren Favoriten benötigt man keine zusätzlichen Module. Alles was wir brauchen, ist bereits an Bord. Wir aktivieren das Licht nämlich über den Öldruckschalter. Der Bursche ist ein exzellenter Indikator für Motor Ein/Aus und drängt sich geradezu auf



Der Schlingel ist zudem in so ziemlich jedem halbwegs gängigen Krad enthalten. Meist findet er sich ganz grob auf Höhe der Ölwanne



Aber Vorsicht: man kann ihn ggf. ganz fix mit dem Neutralschalter (rot) verwechseln, der nicht selten nur wenige Zentimeter weiter hockt und sehr ähnlich aussieht



Bei manchen Mopeten sitzt er versteckt hinter einem Motordeckel oder anderweitig versteckt. Aufschluss gibt auf jeden Fall das Handbuch des Gestühl.



Wobei es sowieso angesagter ist, ihn nicht direkt an der Basis anzuzapfen, sondern ihn im Kabelstrang der Kontrollleuchten zu orten. Das geht entweder per Stromlaufplan, oder per Kontrollmessung mit der Prüflampe. Der Hoschie hat nämlich die Eigenart bei ausgeschaltetem Motor Saft fließen zu lassen. Legt man während der Messung einen Gang ein erleichtert das die Sucherei zusätzlich, weil so auch der Neutral-Schalter eliminiert ist



Gut, ein klitzekleines Zusatzbauteil brauchen wir doch, nämlich eines der Mini-Wechsel-Relais. Das liegt zum einen daran, dass wir natürlich nicht einfach den kompletten Strom des Scheinwerfers durch den Öldruckschalter jagen können ohne ihn zu Paul Walker zu schicken. Und zum anderen brauchen wir den geschalteten Strom ausgerechnet immer dann, wenn der Schalter gar nicht schaltet, sondern aus ist.

Die Verkabelung könnte simpler kaum sein: Ein Kabel der beiden Steueranschlüsse des Relais kommt an den Öldruckschalter, bzw. sein Zuführungskabel. Den anderen PIN versorgen wir mit Strom vom Zündschloss, damt ist die Schaltungsseite abgefrühstückt. Das Stromkabel für den Scheinwerfer kommt an den Eingangs-PIN des Lastkreises des Relais. Der PIN am Relais, welcher bei leuchtender Ölkontrolllampe (also Zündung an aber Motor noch aus) Strom absondert (Stichwort Prüflampe) bleibt frei und der letzte dann noch verbleibende wird zum Scheinwerfer geführt. Das war es dann auch schon. Ab sofort schaltet sich das Licht wie von Geisterhand an und aus, je nachdem ob der Motor läuft oder nicht.

Bei Verwendung dieser Schaltung macht es Sinn, das Standlicht direkt auf die Zündung zu klemmen. Der Stromverbrauch ist zu vernachlässigen, aber so funzelt es zumindest schon einmal minimal, wenn der Schlüssel gedreht wird und man steht des Nachts ohne laufenden Motor nicht vollkommen unsichtbar im Düsteren herum.




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