Iron Sky

Jason war lange Zeit für den Klamottenpapst ICON als Außendienstler tätig. Während dieser Schaffensperiode verschlug es ihn immer wieder nach Japan, was letzten Endes dazu führte, dass er dort sogar heimisch wurde mit dem festen Willen, die Einheimischen massiv das Fürchten zu lehren.

Angesichts seiner perfiden Invasionspläne rekapitulierte er eine deutsche, nur mittelmäßig erfolgreiche Unternehmung des letzten Jahrhunderts, deren Initiator aus einem kleinen benachbarten Alpenländle kam. Und so tat er es dem geschichtsträchtigen Ansatz gleich und engagierte ebenfalls einen schlagfertigen Österreicher für seinen ganz persönlichen Feldzug.

Einmarsch

Der fand aber erfreulicherweise lediglich auf den Rennstrecken und illegalen Streetraces Nippons statt und an Stelle eines kleinen Männchens mit schlechter Frisur und verstörendem Schnurrbart, griff Jason lieber zu einer KTM als Alpenimport, die mit ihrem umtriebigen V2, dem geringen Gewicht und knackigen Fahrwerk der besser Feldherr für die Vandalismustour zu sein schien. Doch auch, wenn er sich nicht mit Flugzeugträgern, Kamikaze-Staffeln und Harakiri-geilen Samurai herum schlagen musste, erlitt unser Kampfpilot bereits in einer sehr frühen Phase eine empfindliche Niederlage. Ganz ohne Feindberührung.

Sabotage

Eine Ventilführung war bei voller Drehzahl gebrochen, was verheerende Auswirkungen auf die weiteren Motorinnereien hatte und zu einem kollektiven Ableben eben jener in Tateinheit mit einem bei Fullspeed blockierenden Hinterrad führte. Das Ganze natürlich in voller Schräglage und in einer Situation, in der man den Scheiß so gar nicht gebrauchen kann – wenn es denn überhaupt Momente gibt, in denen so ein Desaster erbauliche Wirkung entfalten könnte. Die vorhandene Auslaufzone hielt zumindest Jasons Gesundheit zusammen, und wie sich später zeigte auch elementaren Schaden zumindest vom Rahmen der KTM fern.

Ostgrenze So konnte eine vorzeitige Kapitulation auf letzter Rille abgewendet werden und der Neuaufbau beginnen. Diesmal aber konform mit dem regionalen Kriegswaffenkontrollgesetz, schließlich wollte Jason sein weiteres Treiben umfassend urban gestalten. Während eines Track-Days hatte der Invasor vor einiger Zeit gute Kontakte zum japanischen KTM-Werksteam herstellen können. Insbesondere mit dem Cheftechniker der Crew hatte Jason bei ein paar Flaschen warmen Sake fraternisiert, was sich nun auszahlen sollte. Nach einem kurzen Anruf bei der Koryphäe bestellte diese nämlich kurzerhand das Feldzugopfer zu sich, um dem malträtierten Zwillingsgeschütz neues – und ungekannt deftiges Leben einzuhauchen. Ehrensache, dass man es nicht einfach dabei beließ, die KTM wieder wehrfähig zu machen, sondern dem Schlegel all die schönen Sachen angedeihen ließ, die auch die Werksflotte schnell und erfolgreich machen. Egal ob Kolben, Ventile nebst Steuerung, oder auch die Nockenwellen: Was hier Einzug hielt, ist sonst ausschließlich den hausinternen Pistenpiloten vorbehalten und macht die Sportskanone zur reinrassigen Erstschlagswaffe.

Galauniform

Derart aufgerüstet, wollte Jason dem frisch geschürften Schub natürlich auch optisch angemessen Tribut zollen, was ihm nicht sonderlich schwer fiel, verdient er als Formenbauer doch sein täglich Brot mit solchen Untaten und ist sogar in der Lage sonst eher zickige Werkstoffe, wie z.B. ABS in gewünschte Formen zu pressen. Und so erschuf er in diesem heiklen Verfahren gleich mal den kompletten Höcker, montierte diesen auf einem Eigenbauheckrahmen und förderte Tankverkleidung, Bugspoiler und Seitenteile aus derselben Quelle. Lediglich die Maske wurde als Fertigteil der Kriegskasse zugeführt, stammt aber aus alliierten Beständen, nämlich von einer KTM 390.

Feldküche

Bei der Gestaltung des Bugspoilers war es Jason wichtig, möglichst viel der abschreckenden Wirkung der Akrapovic-Auspuffanlage visuell zu erhalten, schließlich ist das Werks-Teil seltener als ein irischer Sushi-Koch – und für die psychologische Kriegsführung unabdingbar. Auch darüber hinaus ließ es Jason minimalistisch zugehen und konzentrierte sich auf das erfolgreiche Reduzieren vorhandener Massen, bzw. deren Austausch gegen möglichst kompakte Ersatztruppen. Das erzeugte manch kniffelige Konstellation, die auf den ersten Blick kaum ersichtlich ist. So war es eine schier nicht enden wollende Kleinarbeit, bis der Tacho des Mutterschiffs in die Aufnahme der 390er-Maske eingegliedert war, als hätte er nie wo anders gedient.

Der Duce

Wir wissen nicht, wie der Auslandseinsatz am Ende ausgehen wird, aber in diesem Fall wird Japan auf jeden Fall von der österreichischen Intervention nachhaltig profitieren. Dafür wird auch Jason fortgesetzt sorgen, notfalls mit weiteren Truppenaufmärschen. Eventuell muss er eben mal fragen, ob man in Italien nicht an einer Neuauflage der Zusammenarbeit interessiert wäre. Ducati hat´s ja auch faustdick hinter den Ohren.


TECHNISCHE DATEN
Erbauer: Jason
Motor: 1190 LC8, neu aufgebaut von Yshuhiro Takayama und TT Moto
Luftfilter: K&N
Krümmer/Auspuff: KTM Factory Akrapovic
Heckrahmen: Eigenbau
Federbein/Umlenkung: überarbeitet
Räder: Marchesini
Bereifung: 120/70ZR17 vorn, 190/55ZR17 hinten
Fußrastenanlage: Sato Racing
Scheinwerfer: Duke 390
Höcker/Sitzbank: Eigenbau
Kotflügel: Eigenbau
Bugspoiler: Eigenbau
Fußrastenalage: Sato Racing
Sonstiges: CRG-Hebel und -Lenkerenden
Danke an: Armond Cornin, TT Moto, Rei Fukuchi, Hiroshi Toyoda




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