Ü30 PARTY

Resteficken

Sie boomen, wie wohl noch nie zuvor. Sie finden an den merkwürdigsten Plätzen statt, und die Teilnahme ist nur Personen mit einem Alter jenseits der magischen 30 gestattet. In ihrem Mittelpunkt stehen alkoholische Exzesse und rhythmische Balzrituale. Doch was sich zunächst so anhört, wie ein Softporno unter der Regie von Erich von Däniken, ist in Wahrheit ein echtes Trauerspiel, das überall in unserer Republik Woche für Woche erneut von unzähligen Laiendarstellern aufgeführt wird. Los geht das Spektakel pünktlich um 20 Uhr: Die Luft ist erfüllt von einer beißenden Mischung aus kölnisch Wasser und Tosca. Der Schwerkraft deutlich verfallene Körper (in viel zu enge Jeans gezwängt), Fönfrisuren, Dauerwellen und Schnurbärte prägen das Bild. Aus den Boxen dröhnt Nena, Talk Talk und die frühen U2. Um 23:00 ist der Zenit erreicht und alle versammeln sich zu BAPs „Verdammt lang her“ auf der Tanzfläche. In die Höhe gerissene Arme geben unbarmherzig tellergroße Schweißflecken auf den kakifarbenen Pullunderachseln preis, und der Geruchsteppich mutiert durch die ausgeschiedenen Flüssigkeiten zu einem Mittelding aus Urinsteinen und brennenden Mottenkugeln. Wer jetzt nicht rechtzeitig wegkommt, wird von verzweifelten, inzwischen dreimal geschiedenen Trockenpflaumen unbarmherzig gejagt und im ungünstigsten Fall erlegt – und zum mitternächtlichen Geschlechtsverkehr auf dem siffigen Klo der Bauerdisco genötigt. Die Gedanken kreisen um den Wunsch nach Sterbehilfe und die Beherrschung des Brechreizreflexes. Ja, es ist wieder Ü30-Party im Land.

Mit dreißig hat man noch Träume

Mario ist zwar über 30, aber derartiges Treiben liegt ihm fern. Naja, eigentlich auch nicht. Denn auch er hat sich schon eines Abends mal in einen ländlichen Schuppen begeben und ein paar Endzwanziger abgeschleppt. Seine Trophäen waren jedoch frei von Zellulitis und sahen auch am nächsten Tag noch gut aus, obwohl der Alkohol inzwischen seine illusionierende Wirkung verloren hatte. Kein peinliches Schweigen im Bett, kein verlogenes „Ich ruf dich an“, kein Bedauern. Marios Mädchen kam aus dem guten Hause Frankenstein, bestand völlig aus edlem Stahl und hörte auf den klangvollen Namen „GPz-Fahrwerk“. Irgendwo daneben lagen auch der dazugehörige Triebsatz und die Lackteile. Mit letzteren verhielt es sich dann aber wie mit den ganz fiesen Geschossen aus dem Zappelbunker: Die konnte man sich wirklich nicht schön trinken, egal, wieviel Alkohol zur Verfügung steht. Also soll die mal ruhig jemand anders abschleppen. Bäh!

99 Luftballons – Aus dem Tagebuch einer Brustvergrößerungsklinik

Nachdem nun Motor und Rahmen schon mal da waren, konnte auch der Aufbau in Angriff genommen werden (erst einmal ohne konkrete Vorstellungen für das Endergebnis). Quasi auf dem Schrott fanden sich dann Reste einer ZX7R und einer betagten dreiviertel ZXR. Beides nicht gerade erste Wahl bei Begattungsgesuchen, aber als Teilespender für das Begonnene gut genug. Mario schlug sie also aus dem Anzug und beraubte sie ihrer Arme und Beine. Diese wanderten nach entsprechender Anpassung in das Fahrwerk der Unitrack und erlaubten schon mal forschere Gangart. Der Motor selber war jedoch bestenfalls für einen ruhigen Schwoof zu gebrauchen. Da fehlte irgendwie einfach Druck. Wenn du von einer Horde von Torschlußpanik Befallener flüchten mußt, ist der alte Kawa-Schwede einfach zu zahm im Antritt. Da muß mehr gehen. Mit der Brechstange unter dem Arm und der Brieftasche in der Hand trieb es Mario also erneut auf den Schrottplatz. Dort riß er mit seinem Meinungsverstärker einem jungen Daimler zuerst gehörig Arsch und Motorhaube auf – und dann den Kompressor ab.

Verdammt, ich schieb dich, ich schieb dich nicht

Mit der Beute in den heimischen Stall zurückgekehrt, suchte Mario im Fahrwerk nach einem geeigneten Unterbringungsplatz für das Gebläse. Bei der gewünschten, trockenen Aufladung kam jedoch nur das Rahmendreieck in Frage. Ein weiter Weg für den Riemenantrieb, aber nach anfänglichen Bedenken stellte sich diese Lösung also ebenso interessante wie einmalige Sache heraus, die Reiz und Druck miteinander verbindet. Der Riemen flanscht außen, hinter den Zündungspickups an und wird per Umlenkrolle und zweitem Gurt an den Flügellader weitergereicht. Dieser schnüffelt frische Luft auf der linken Seite des Krades und füttert damit den Charger. Das drückt im Gebälk und macht aus der lahmen Achtziger-Party eine prickelnde Cross-Over-Session. Move, sucker, move!

Rage against the machine – Die Wut der Maschine

Nachdem die kantige und langweilige Fönwellen-Optik des Urkrades (wie schon erwähnt) keine Gnade fand, und Mario ein bekennender Anhänger der klassischen Linien ist, wurden das Gerät auf die Optik einer Z 1000 getrimmt. Der Tank läßt kaum noch erahnen, welche Arbeit in ihm steckt. Er ist komplett selbst gedengelt und besteht aus nicht weniger als vier einzelnen Teilen. Ohne viel Heckmeck machte Mario auch das Heck weg. Das Stahlwerk wurde achtern kurz hinter den unteren Streben eingekürzt und bekam ein freches Bürzel mit runden Leuchten verpaßt. Die Farbe für das abschließende Finish rührte Mario selber an, und wo er grad schon mal dabei war, tünchte er mit ihr auch gleich den restlichen Minimal-Lacksatz. Wer schöner ist, ist geschminkt!


KOMPRIMIERTE DATEN

Modell: Kawasaki Z 1000 Kompressor

Besitzer: Mario

Motor: GPz 1100 UT, modifiziert mit Mercedes-SLK-Kompressor

Ölkühler: Serie

Luftfilter: Twister

Auspuff: Marving

Rahmen: GPz 1100 UT

Schwinge: ZXR 750 H

Federbein: ZX 7R

Gabel: ZX 7R

Gabelbrücken: ZX 7R

Räder: vorne ZX 7R, hinten ZXR 750 H

Bereifung: vorne 120/70-17, hinten 180/55-17

Lenker: Lucas

Bremsen: vorne ZX 7R, hinten ZXR 750 H

Fußrastenanlage: Gimbel, modifiziert

Tank: Eigenbau

Höcker: Eigenbau

Seitendeckel: Eigenbau

Kotflügel:ZX 7R

Bugspoiler:Speed Tripple

Armaturen: ZX 7R

Instrumente: ZX 7R

Lackierung: Orange (Eigenmischung)


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