01: Steuerboxen
01: Steuerboxen
Schaltanlagen

Taster sind nicht in der Lage üppige Ströme zu transferieren, weshalb man die Verbraucher nicht direkt anschließen kann. Sie können lediglich Signale verschicken, welche von Steuerboxen in saftige Strommengen umgemünzt werden. Es gibt zwar fix und fertige Elektro-Kästen am Markt, die jedoch ordentliche Löcher ins Kontor reißen. Unter 150 Krachern ist so gut wie nicht zu machen, 250 bis 350 inzwischen eher die Regeln, denn die Ausnahme.

Unsere Eigenbau-Lösungen kosten ein Zehntel und sind in einigen Belangen den Fertig-Kisten haushoch überlegen. Wenn ihr jedoch zu der Sorte Mensch gehört, die morgens auf den Klodeckel schifft, weil sie keine App auf dem Handy hat, welche das Urinal-Dach anhebt, dann seid ihr bei den inzwischen mit Blut-Stuhl, WLAN oder Arschphone zu bedienenden Playstations besser aufgehoben. Wenn es euch jedoch um Leistung, Anpassungsfähigkeit und reine Funktion geht, haut unser Klimbim besser und auch zuverlässiger hin.

Die von uns verwendeten Relais können deutlich heftigere Ströme schalten und da wir sie modular anfertigen, müssen wir uns nicht auf eine bestimmte Montage-Position festlegen, sondern können die Brocken so über das Krad verteilen wie wir es wollen. Das erzeugt minimale Kabeltrassen und reduziert die Litzenzahl. Zudem nutzen wir die Boxen nicht nur für die Taster, sondern schalten auch alle anderen Verbraucher mit ihnen, was selbst die teuersten Fertigbrocken so nicht können. Die später für die Taster herhaltende Einheit aus den Mini-Relais kann nicht nur einfach schalten, sondern verfügt auf jedem Kanal über die Möglichkeit per Taster im Ein/Aus-Modus oder Wechsel zu werkeln. Selbst die komplexe Elektrik unserer Turbo-14er erschlagen wir vollständig mit diesen Modulen und kommen mit erstaunlich wenigen aus. Zudem lässt sich unsere Nummer jederzeit nachträglich erweitern, ausbauen, verschlanken oder auch einfach reparieren und kommt ohne Software aus.

Fliegt alles raus: SIcherungskasten, diverse Relais und fette Kabelknoten



Gemäß der erfolgten Planung geht`s los mit dem Boxenbau. In unserem Fall brauchen wir derer zwei: eine Phalanx erzeugt abgesicherte Stromkreise und die zweite Anlage managed Taster und Schalter sowie unsere eingebauten E-HackZ wie z.B. das Automatiklicht.

Für die Taster-Steuerung greifen wir uns eine entsprechende Zahl an Mini Wechsel-Relais. Wir nutzen drei Stück. Jeweils eines für Hupe, Anlasser und Abblend-/Fernlicht-Umschaltung. Die Blinkerei erledigt ein 0815 Blink-Relais. Wer es komfortabler will, kann auch eines für den direkten Taster-Betrieb verwenden. Hinzu kommt in unserem Beispiel noch ein Sicherungsträger, mit welchem wir unsere Instrumente schützen.



Die einzelnen Brocken haben wir per dauerelastischer Karosserie-Klebemasse mit ein paar Millimetern Abstand zueinander verkleistert. So entsteht eine Einheit und die einzelnen Brocken sind gegeneinander schwingungsentkoppelt. Die Masse wirkt wie ein Silent-Block. Sollte später mal ein Relais getauscht werden müssen, kann man dieses mit dem Cutter heraustrennen und den Ersatz einkleben. Erweitern lässt es sich ganz einfach durch Anbringen weiterer Module.



Nach demselben Muster haben wir vier abgesicherte Schalt-Relais zu einer Einheit verbunden. Diese wird später im Heck der Kiste untergebracht und erzeugt die abgesicherten Verbraucher-Stränge. Und das ist dann auch schon unsere komplett Elektrik, alles inklusive.



Wir brauchen keine weiteren Bauteile, keinen zusätzlichen Sicherungskasten oder sonstiges. Ladedruckregler, externe Hochdruck-Benzinpumpe, zwei Lüfter, AFR-Management, Einspritzung, Cockpit mit einer ganzen Reihe Zusatzfunktionen, TFL, acht Einspritzdüsen, Sensoren, Taster und die komplette Lichtanlage – alles wird von den beiden kleinen Konstrukten versorgt, abgesichert und geschaltet. Das kann keine am Markt befindliche Box. Im VerKabelungs-Kapitel zeigen wir die Geschichte im Detail und ausführlich am lebenden Objekt.

Mit den paar Teilen oben ersetzen wir die komplette Altelektrik und erweitern gleichzeitig deren Funktionalität





Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.


02: Verkabelung
02: Verkabelung (!)
Butter bei die Fische

Was der einzelne Krempel – und noch wichtiger: alles zusammen – taugt, zeigt sich erst, wenn er am Krad zusammen wächst. Um den maximalen Super-Gau zu simulieren, haben wir die Nummer exemplarisch ausgerechnet an unserer Suturbi durchexerziert. Ein Moped, das nicht nur eine komplette elektronische Einspritzanlage mitbringt, sondern darüber hinaus jede Menge Turbo-Zinnober, Sensoren, Instrumente uvm. an Bord hat. Was an diesem Strippen-Pflegefall funktioniert, haut an normalen Mopeten erst Recht und deutlich einfacher hin. Darüber hinaus lässt sich so auch explizit zeigen, wie kompakt man selbst derartige Strom-Monster verkabeln und bestücken kann. Dann mal los.

Los geht’s mit dem Rückbau. Wir schmeißen restlos alles raus. Lichtmaschine und Regler sind bereits ersetzt, jetzt fliegt alles weitere vom Krad. Relais und Sicherungskasten fallen ersatzlos weg


Der Kabel-Dschungel ebenso


Den dicken Litzen-Strängen, fetten Steckern, Adaptern für ECU und Co. Zeigen wir die rote Karte


Erst wenn das Gerümpel niedergestreckt am Boden liegt, kann man sehen wie umfangreich es tatsächlich ist, bzw. war


In die Tonne passt Oscar nicht mehr mit rein. Voll bis zum Rand


Mit diesem Schlingel beginnt alles: Das Anlasser-Relais. Wir haben es direkt neben der Batterie platziert und mit einem dicken Stück Kupfer am Pluspol angeschraubt. Zentralisierte Massen und maximal möglicher Sturmfluss sind die Folge. Das Relais hat zwei abgesicherte Ausgänge. Einen nutzen wir für Verbraucher wie Licht, Tacho, Instrumente etc. Der andere versorgt die motorrelevanten Komponenten wie Benzinpumpe, ECU, Spulen, Düsen, Druck-Kontroller, Lambda-System etc. Der Motor-Kreis wird über ein weiteres Relais (kommen wie gleich noch zu) beschickt, in dessen Steuerkreis der „Killschalter“ sitzt.


Als nächstes ziehen wir die Kabel gemäß Planung. Zur Bündelung nutzen wir Schrumpfschlauch. Als „Durchfädelhilfe“ eignen sich Bowdenzüge hervorragend. Den Zug durchschieben, Kabelenden ankleben, alles zusammen durchziehen


Es macht Sinn, die frisch kanalisierten Kabel zu beschriften, sonst sucht man sich später `nen Wolf


Nach und nach wächst das Wäldchen an. Immer ausreichend überschüssige Länge stehen lassen. Abschnippeln geht immer, Anschnippeln nicht


Im nächsten Schritt werden die Kabel nach und nach angeschlossen


An dieser Stelle kommt unsere erste Schaltbox ins Spiel. Da die Fahnen der Relais ein Anzeichnen der Halterungen vereiteln, müssen wir ein bisschen tricksen, kleben die Haltelaschen mit Sekundenkleber an und ziehen die Relais-Phalanx dann ab. Nun sitzt alles in Position - hält aber natürlich nicht dauerhaft


Muss es aber auch nicht. Es reicht, wenn die Kleberei solange hebt, bis wir die Bohrstellen angezeichnet haben


Sind die Stellen perforiert, schrauben wir die Laschen fest. Mit Nylon-Schrauben, um unbeabsichtigten Masseschluss der Relais zu verhindern


Das Halte-Blech haben wir extra für die Box gezogen. Im Höcker befindet sich an der entsprechenden Stelle ein Schacht, der die Baustelle geschützt vor Wind, Wasser und Meteoriten-Einschlägen aufnimmt. Die vier Relais bilden die abgesicherten Versorgungskreise für Benzinpumpe, ECU/Zündung, Lüfter und Hupe. An normalen Bikes kommt man entsprechend mit ein oder zwei Relais aus


Das Konstrukt zu verKabeln ist deutlich einfacher, wenn man gleichgeschaltete Anschlüsse zusammenfasst anstatt zu jedem Fuß ein extra Kabel zu ziehen. Wir haben uns deshalb ein VerteilerKabel gecrimpt, welches alle Steuerkreis mit Strom versorgt


So geht nur ein einziges Kabel zur Box, welches sich dort aufsplittet


Das gleiche machen wir mit dem Versorgungsstrom, jedoch mit einem dickerem Kabel – logisch. Die Hälfte aller Anschlüsse sind in diesem Moment bereits bestückt – und es gehen dennoch nur zwei Strippen zur Kiste


Hier ist die Box bereits vollständig bestückt. Manche Funktionen werden manuell (Hupe, Zündstrom) geschaltet, andere aktiviert die ECU (Lüfter, Benzinpumpe). Damit ist der gesamte Motorkrempel bereits mit Strom versorgt und abgesichert – dank der Sicherungsautomaten sogar vollautomatisch und selbstrückstellend. Man könnte das Ding also eigentlich auch einmauern. Jeder einzelne Kanal kann über 300 Watt schalten ohne auch nur ansatzweise ins Schwitzen zu kommen


Die Verbraucherschaltungen haben wir im vorderen Bereich installiert. Zum einen befinden sich hier die meisten Abnehmer (Stichwort: kurze Kabel) und zum anderen haben wir so auch den kürzesten Weg zu den Tastern


Zwischendurch gibt es immer wieder Momente zum Abkotzen. Das hier sind lediglich die Kabel der ECU. Nicht gerade ein aufmunternder Anblick. Am Ende aber halb so wild, wenn man einfach eins nach dem anderen abarbeitet. Da muss man halt durch


Der chaotischste aller Momente. Alle Komponenten sind montiert, alle Kabel gezogen – aber noch nicht angeschlossen. Ungekämmte Elo-Frisur. Von hier an geht es erfreulicherweise nur noch bergab, das Schlimmste ist schon lange geschafft. Auch wenn es nicht so aussieht


Feddich. Man muss schon genau hinsehen, um überhaupt Kabel zu finden. Extrem abgespeckt und gecleant zegt sich der neue Kabelbaum – oder eben auch nicht


Damit sind wir aber noch nicht durch. Nach der Pflicht folgt die Kür. Und für die pflanzen wir kleine M6-Pfosten am Rand unserer Elo-Grundplatte




Den Grund dafür: Die Nummer ist zwar ordentlich montiert und platziert, liegt bei abgenommenem Höcker jedoch brach und ungeschützt da. Das ginge nicht lange gut




Was aussieht, wie der Bravo-Starschnitt eines Sternenzerstörers ist tatsächlich eine Coverplatte aus Aluminium


Deren Unterseite haben wir mit Zellkautschuk ausgekleidet. Sie dient als Dach für die frische Elektrik


Im hinteren Bereich ist ein Unterstand für die Relais-Gruppe abgekantet


Mit Flügelmuttern montiert, schützt es die Elektrik vor ungewollten Gewaltakten im Zuge von Schrauber-Aktionen


Um auch bei montiertem Schutzblech die Kontrollleuchte des darunter liegenden Lambda-Kontrollers einsehen zu können, haben wir an deren Position das Blech durchbohrt und die Öffnung mit einer aufwändig gedrehten Makralon-Linse verschlossen. (Tatsächlich ist das nichts weiter als ein Stück Yoghurt-Becher Deckel. Aber pssst, nicht weitersagen)


So können wir die Funktion und Fehlercodes weiterhin checken ohne das Blech abnehmen zu müssen. Was sind wir doch für abgefuckte Füchse!


Sensor-Upgrade. Die von uns verwendeten Drucksensoren sind eigentlich für die Platinenmontage gedacht und entsprechend sensible Kameraden. Um nicht ständig an ihnen rumrupfen zu müssen, haben wir eine Docking-Station mit Schnellanschlüssen für die Leitungen gebaut. Muss mal ein Schlauch ab, bekommt der Sensor das nicht einmal mit. Der Pfosten ist fest mit der Grundplatte verschraubt, die Sensoren also mechanisch vollkommen isoliert. Auch solche Kleinigkeiten gehören zum Kabelbaum-Bau


Damit auch beim späteren Schrauben kein Ungemacht erwachsen kann, haben wir auch hierfür ein Obdach aus Edelstahl geschweißt. Die Politur des Dödels ist eigentlich für den Hintern, denn das Teil sieht man nur wenn der Höcker ab ist. Die Anschlüsse sind beschriftet


Ebenfalls eine schrauberisch förderliche Institution: ein Schalter zum Deaktivieren der Benzinpumpe. So lässt sich diese lahmlegen, wenn mal am Zündungskreislauf gearbeitet werden muss und/oder der Tank ab ist. Gibt zum einen sonst eine enorme Sauerei und quält zudem die Pumpe, denn den Trockenlauf mag sie gar nicht


Das ist tatsächlich unsere komplette Versorgungsstation. Das zuvor komplett zugebaute Rahmendrei-Eck ist elektrisch freigeblieben


Und dank der Schutzbleche kann man in der Hitze des Gefechts auch mal fette Geräte ablegen, ohne die Gesundheit der frischen Kabel zu riskieren


Und wer jetzt sagt, dass er noch nie mal eben schnell Werkzeug auf dem Hobel ablegen hätte, ist ein Lügner. Es macht durchaus Sinn, bei der VerKabelung auch solche Situationen zu bedenken, damit die Arbeit eine einmalige bleiben kann




Disclaimer/Warnhinweis:
Dieser Bericht dient lediglich der Veranschaulichung der von uns durchgeführten Arbeiten. Er ist auf keinen Fall Aufforderung oder Ermunterung zum Nachmachen und will auch nicht so verstanden werden. Wir raten ausrücklich davon ab, die durchgeführten Arbeiten, egal ob komplett oder auszugsweise nachzumachen, da daraus sowohl für Material als auch Leib und Leben (auch das Dritter) explizite Gefahren erwachsen. Darüber hinaus führen derartige Arbeiten u.U. zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und/oder Garantie- oder Gewährleistungsansprüchen. Also bitte auf keinen Fall nachmachen! Wer dies dennoch tut, handelt entgegen unserer ausdrücklichen Warnung als auch Intention und ausschließlich sowie umfassend auf eigene Gefahr und ist für alle hieraus erwachsenden Konsequenzen und Schäden eigenverantwortlich.