Brandopfer

Teemu wohnt offensichtlich sehr weit im Norden und hat nur einen ganz kurzen (...) Sommer zur Verfügung. Denn neben einem Turbolader hat er seiner ehemaligen Honda Doppel-X gleich auch noch eine blaue Flasche mit Spaßgas an den Rahmen geschraubt. Letztere Maßnahme fügt der mit 220 PS schon fundamentalen Motorleistung noch mal 50 weitere Huftiere hinzu. Somit ist Teemu offensichtlich durchaus in der Lage, selbst Mika Häkkinen alt aussehen zu lassen. Humppa!

Holz vor der Hütte, Lader am Krümmer

„Taistelija Osakeyhtiö” – Wer das zehn mal schnell hintereinander aussprechen kann, ohne ein Zungentrauma zu erleiden, kann sich im Reisebüro eine Flasche Maggi abholen. Was für Mitteleuropäer wie ein medizinischer Fachausdruck für Schließmuskelversagen klingt, bedeutet übersetzt nichts anderes als „Fighters Inc.“. Der Firmenname ist Programm, und damit man der potentiellen Kundschaft auch mal was zeigen kann, bauten die Mannen unter anderem das hier vorgestellte Exponat als Vorführmaschine.

Drucksache

Beim Umbau der XX konnte sich Teemu einer ganze Herde spritvergifteter Freunde versichern. Mit reichlich aufgeladenem Erfahrungsschatz versehen, gruppierten die Finnen einen mächtigen Mitsu-Lader mitsamt Wastegate an den kurzen Krümmer. Die dort verdichtete Ansaugluft wird in einem Ladeluftkühler beruhigt und abgekühlt, um dann jenseits der Drosselklappen der Tatech-Einspritzung mit explosionsförderndem Sprit versetzt zu werden. Je nach Dampfradstellung überzeugt das die Kolben, derart vehement nach unten zu rasen, daß Leistung weit jenseits der 200 PS-Marke die Reißfestigkeit der Sekundärkette auf die Probe stellt. Sollte dann immer noch eine „F-117“, eine „Ariane 2“ oder ein gedopter Radfahrer vom Team Telekom von hinten mit Lichthupe im Rückspiegel bemerkbar machen, ist da ja immer noch die erwähnte Buddel mit dem belustigenden Zaubergas. Tja, sicher ist sicher.

Rahmenvertrag

Was für den Motor gilt, zählt für das Fahrwerk nicht minder. Die originale Telegabel wurde amputiert und gegen eine Showa-Forke aus Ducatis Dreiviertelliter-Twin getauscht. Die einseitig verbaute 340er Scheibe wird von einem Hayabusa-Sattel in die Zange genommen, wie einst Saddam Hussein vom amerikanischen Verhörkommando. Für gediegenen Winddruck montierte Teemu den oberen Teil einer Kilogixxer-Verkleidung, der man gar nicht ansieht, daß sie markentechnisch fremd geht.

Heck-Meck – Umbau von hinten

Am Ende des Nordpolexpresses findet sich ebenbürtiges Gerät. Mangels zufrieden stellender Lösungen des Handels wurde die Schwinge flinken Fingers selbst geschmiedet. Eine massive, zehn Zoll breite Alutrommel nimmt den 300er Socken auf, und eine 285er Bremsscheibe mit FZR-Sattel wandelt das vom Motor erzeugte Vortriebsfeuerwerk gegebenenfalls in Wärmeenergie um. Die Abgase entsorgt der Reaktor oberhalb des Walzwerkes durch den im R6-Höcker untergebrachten Schalldämpfer. Schrott macht flott.


TECHNISCHE DATEN
Modell: Honda 1100 XX Blackbird
Motor: Serie (modifiziert), Mitsu TD04-16 Turbolader, NOS, verstärkte Kupplung
Einspritzung: Tatech, EFI, Dellorto 58mm
Rahmen: Serie
Schwinge: Eigenbau
Gabel: Showa (USD, Ducati 748)
Räder: vorne Serie, hinten Compomotive 10“ x 17“
Bereifung: vorne 150/60/17, hinten 300/40/17
Bremsen: vorne 340mm, Hayabusa Bremszangen, hinten 285mm, FZR 600 Bremszange
Verkleidung: Suzuki GSX-R 1000 K4
Höcker: Yamaha R6
Lackierung: FAW, Jeppe
Sonstiges: Armaturen in Tank und Gabelbrücke integriert


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