ITALIAN CONNECTION

Tja, eigentlich hatte Sebastian ja eh vor, sein Eisen ein wenig zu modifizieren – nur halt nicht so schnell und umfangreich, wie dies nach einem Abräumer bei nur knapp über tausend Meilen auf der Uhr notwendig wurde.

Am übelsten hatte es den Hintern der beinahe noch jungfräulichen Italienerin erwischt. Glückliche Fügung: Bei einer günstigen Gelegenheit ergatterte der Gestrauchelte das komplette Heck-Geläuf einer Brutale(n) MV Agusta: Einarmschwinge samt Rad wurden Aprilia-konform angerichtet. Mit selbstgebauten Goodies ging’s in der rückwärtigen Peripherie bald weiter, der geknickte Heckrahmen wurde beispielsweise durch einen Eigenbau aus Alu ersetzt, den Sebastian mit einen stark modifizierten Höcker drapierte. Das chicke Gestühl flankierte er mit einem Duo BOS-Tüten, die per Eigenbau-Rohr aus edelstählernem Rohstoff mit der Leistungszentrale verbunden wurden – mit jeweils 130 Zentimetern exakt gleich abgelängt. Bei der Gelegenheit wuchs der innere Krümmerduchmesser um satte sechs Millimeter an. Das schafft Volumen, ist leistungsfreundlich und macht den Bass bässer... – ähm: besser.

Facelifting & Mukibude

Auch an der Front tat sich einiges, die Italienerin verwandelte sich vom halbnackten Mauerblümchen in ein ganz nacktes Krad Fatale – lediglich ein vertikales Duo Mig Lights blieb als technisches Feigenblatt übrig. Dessen selbstgebaute Aufhängung übernimmt übrigens gleichzeitig den passiven Part der Lenkungsdämpfer-Aufnahme. Gleich dahinter verbirgt sich sündhaft filigraner Hightech, denn als Ersatz für die zerstörten Serien-Gabelbrücken montierte Sebastian einen Satz CNC-Hardware. Aber auch die inneren Werte stimmen: Die Airbox wurde entgermanisiert (sprich: geöffnet) und europäischen Standards angepaßt, während sich die Blackbox wegen modifizierter Ansaug- und Abgas-Umstände eine neue Einnordung gefallen lassen mußte: Leistung und vor allem Drehmoment entwickeln sich seit dem recht erfreulich.
Und die Moral von der G'schicht? Na ja: Unverhofft kommt oft. Und italienische Momente erlebt man dann am intensivsten, wenn es wieder heißt: "Isch 'abe garkeine Auto..."


TECHNISCHE DATEN
Modell: Aprilia Tuono RSV1000, Bj.’03
Wasserkühler: Serie, schwarz beschichtete Blenden
Ölkühler: Serie
Vergaser: Einspritzung, modifiziertes Steuergerät
Luftfilter: K&N-Tauschfilter, modifizierte Airbox
Auspuff: BOS-Schalldämpfer, Eigenbau-Krümmer aus Edelstahl mit 6 mm größerem Querschnitt, poliert
Rahmen: Serie, Eigenbau-Heckrahmen
Schwinge: MV Agusta Brutale, Aprilia-Umlenkung, Eigenbau-Kettenradaufnahme
Federbein: Serie
Gabel: Serie
Gabelbrücken: BKG
Räder: vorn Serie (3,50“ x 17“), hinten MV Agusta (6“ x 17“)
Bereifung: vorn 120/70/17, hinten 190/50/17
Lenker: Hagen-Dragbar
Bremsen: vorn Wave-Scheiben auf pulverbeschichteten Trägerplatten, vollschwimmende Micron-Floater, Motacc-Stahlflexleitungen, hinten MV Agusta-Zange, -Bremspumpe und -Scheibe, Motacc-Stahlflexleitung
Fußrastenanlage: Gilles Tooling, Eigenbau-Halterung für MV Agusta-Bremspumpe
Tank: Serie
Höcker: stark modifiziert, integrierte Blinker, Eigenbau-Sitzpolster
Kotflügel: Serie
Bugspoiler: Serie
Armaturen: Serie, rechte Schaltereinheit entfernt, Starterfunktion unterm Heck versteckt
Instrumente: Motogadget
Sonstiges: LSL-Mig Lights, Eigenbau-Halter aus Alu (Gleichzeitig Lenkungsdämpfer-Aufnahme), Offset-Ritzel (modifizierte Führung durch die Schwinge), Kettenwechsel von 530er auf 520er Teilung, Kellermänner



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