Harzcore

An einem saukalten Wintertag, vor einiger Zeit: Bei beträchtlichen Minusgraden und Schneetreiben kauert ein Mann unter seinem Carport. Mit einem Heißluftfön zwischen den Beinen versucht er beharrlich zu verhindern, daß ihm die Klöten beim Schrauben am Boden festfrieren.

Das Carport steht im Harz, und der Mann mit den unterkühlten Testikeln ist Jupp. Jupp trainiert nicht etwa für die Nordpolausgabe des Dschungelcamps, sondern ist dabei, seine TL1000 umzubauen. Unerfreulicherweise steht ihm dafür weder eine beheizte Werkstatt, noch eine Garage zur Verfügung. Statt sich aber gesenkten Hauptes den Umständen zu beugen und resigniert auf Umbaumaßnahmen zu verzichten, stemmt er sich gegen Wind und Wetter und führt die Veredelung seines Suzuki-Unikums Open-Air durch. Vielleicht hätte Jupp für dieses Spektakel Eintrittskarten verkaufen sollen.

Nimm 2

In den meisten Fällen bedeutet die Notwendigkeit eines Beifahrersitzes eine unvermeidliche Verunglimpfung der Kradlinie. Doppelsitzbank und Anmut verhalten sich in etwa zueinander wie Tokio Hotel und gute Musik – sie schließen sich gegenseitig aus. Dennoch schaffen es manche Hersteller durchaus, prächtige Ärsche zu zaubern, denen man trotz ihrer Dualtragfähigkeit ungewollt hinterherpfeift. Triumph hat das mit der Speed Triple bestens im Griff - und der absolute Klassiker auf dem Gebiet ist wohl die Ducati Monster. Genau von dem Krad wünschte sich Jupp zwar kein Kind, wohl aber eine Sitzbank. Und er konnte auch zeitnah eine ergattern. Die TL-Schwinge sollte nun einen Unterzug bekommen – und der ehrgeizige Selfmademan wollte diesen unbedingt selber herstellen. Mit reichlich Vierkantmaterial sowie einem Schraubstock bewaffnet, stieg Jupp in die Tiefen seines Kellers hinab und kam nach einigen Stunden tatsächlich mit einer Versteifung wieder heraus... für die Schwinge. Voller Vertrauen in seine Berechnungen und Umsetzung ließ er den Bogen sogleich an die Schwinge brutzeln und konnte erfreut feststellen, daß tatsächlich alles passte, wie er sich das vorgestellt hatte.

Elektriksalat

Im nächsten Stadium ging es der Elektrik an die Kabel. Jupp entfernte, was nicht unbedingt nötig war, kürzte und reorganisierte den Kupferwurm von Grund auf und verlegte die Komponenten konzentriert um den Motor. Nachdem die Elektronen wieder munter fließen konnten, legte er Seitenschneider und Abisolierzange bei Seite und griff sich den Pott mit dem GfK-Harz sowie einiges an Glasfasermatten. Um die Bodenplatte einer alten Maske herum formte er eine harmonisch zum Rest der TL passende Kanzel, die er inzwischen auf Drängeln und Quengeln aus dem Bekanntenkreis auch schon mehrfach reproduzieren mußte.

Rohr verlegen

Nicht weniger einfallsreich zeigte sich Jupp bei der Erschaffung der hinteren Radabdeckung. Aus einem Stück Abwasserrohr baute er eine Positiv-Form und laminierte um diese herum dann das finale Teil. Dank des haftresistenten Materials des KG-Rohres waren sowohl Modellierung, als auch späteres Ablösen des Werkstückes eine leicht zu nehmende Hürde.


TECHNISCHE DATEN
Marke/Modell/Bj.: Suzuki TL 1000 S Typ AG, Bj.1997
Erbauer: Jupp
Motor: V2 90 Grad, 996ccm, 125 PS
Luftfilter: K&N, geänderte Airbox
Krümmer/Auspuff: Krümmer Serie, leicht modifiziert, Barracuda-Dämpfer Super Shorty 100x300mm
Rahmen: Serie, schwarz gepulvert
Heckrahmen: Eigenbau, 2-Sitzer, Sozius Fußrasten RSV Mille
Schwinge: Serie mit Eigenbauunterzug
Federbein/Umlenkung: Bitubo Federbein voll einstellbar, Vee Two Heckhöherlegung
Gabel: Serie USD Gabel, Wilbers Federn, CNC Gabelcover
Gabelbrücken: Serie (da fett genug) oben modifiziert
Räder:
vorn: 3,5x17
hinten: 6,0x17
Bereifung: Pilot Power
vorn: 120/70ZR17
hinten: 190/50ZR17 oder 200/50ZR17
Lenker/Riser: LSL Lenkerschellen mit geteilter Dragbar
Bremsen:
vorn: Tokico 6 Kolben, Stahlflex, ABM Bremsscheiben
hinten: Serie, Stahlflex
Fußrastenanlage: Gilles Tooling
Maske: Eigenbau
Höcker/Sitzbank: Monster 900 Sitzbank
Seitendeckel: Alu CNC Kupplungsdeckel mit Scheibe incl. CNC Kupplungsdruckplatte
Kotflügel: Serie, stark modifiziert
Kühlerblende: Edelstahl schwarz gepulvert
Bugspoiler: Gimbel, stark modifiziert
Armaturen/Schalter/E-BOX: rechts keine Schaltereinheit, links Serie
Instrumente/Anzeigen: GSX-R 1000 K1 Tacho mit angepasster Elektrik
Sonstiges: Rizoma-Griffe, Gilles-Muttern an Schwinge, Hinterachse, Steuerkopf, Gilles-Kettenspanner, Motorschrauben Edelstahl mit konischen Köpfen, Eigenbau Hinterradabdeckung, Eigenbau-Heckunterverkleidung, Beringer-Radialbremspumpe, Beringer-Kupplungspumpe, Kellermänner v&h, Wegfall der rechten Schaltereinheit, Starter nach links auf die Lichthupe verlegt


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